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Das böse Wort Schneeballsystem - legal, illegal oder doch egal ?
Ein mehr oder weniger interessierter Herr kontaktierte mich vor einiger Zeit per E-mail, nur um mir mitzuteilen, dass er den Vertriebsweg von StupkaWorld für ein illegales Schneeballsystem halten würde. Ich war sehr erstaunt, wie wenig Ahnung manche Leute haben. Nicht so sehr darüber, dass dieser Herr sich mit der Materie nicht ausgekannt, vielmehr darüber,dass er sich dann noch lautstark darüber geäußert hatte. Mit dieser Erfahrung gesegnet, habe ich mich entschlossen, an dieser Stelle einmal ganz klar den Unterschied zwischen legalem Schneeballsystem (oder auch virales Marketing,Strukturvertrieb, Network Marketing, Multi-Level-Marketing, Empfehlungsgeschäft usw.) und den illegalen Abzock-Systemen - auch Pyramidenspiele genannt - klarzustellen. Zuerst sollten wir einen Blick auf die Gesetzeslage werfen, denn Schneeballsysteme werden strafrechtlich durch § 16 Absatz 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erfasst. Darin steht:
„ (...) Wer es im geschäftlichen Verkehr unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (...)"
Soweit das Juristendeutsch, übersetzt heißt das so viel wie : Information über Schneeballsysteme Ebenfalls darunter fallen die beliebten Rundmails mit Einzahlungen auf ein PayPal-Konto oder gewisse E-Book-Abzocken, bei denen man nur Geld verdient, wenn man weitere Exemplare dieser wertlosen E-Books verkauft.
Sie ziehen also los und hören von einem Bekannten, dass er sich einen neuen Gebrauchten zulegen möchte. Sofort empfehlen Sie ihm Ihren Händler und da Ihr Bekannter nicht lange suchen und tausend Händler abklappern will, kauft er dort tatsächlich. Ihr Händler zahlt wie versprochen die 5 %-Prämie an Sie aus und klopft Ihnen auf die Schulter. "Gut gemacht, wenn Du noch mehr Leute bringst, bekommst Du wieder die 5%". Nun haben Sie einen netten Betrag verdient und fangen bei jeder sich bietenden Gelegenheit an von Ihrem Autohändler zu schwärmen. Schon bald sind es 5 Leute, die bei Ihrem Händler gekauft haben. Jetzt bekommen Sie von ihm schon 8% als Dankeschön, was Sie noch mehr anstachelt. Allerdings hat Ihr Bekannter von der Prämie Wind bekommen und möchte ebenfalls für Ihren Autohändler werben, da er zufrieden mit dem Wagen war und sich auch etwas hinzuverdienen möchte. Da ihr Händler ein cleverer Geschäftsmann ist, bietet er ihm genau wie Ihnen 5% als Prämie an, bei 5 verkauften Wagen werden es 8%. Sie selbst sehen Ihren Bekannten aber als Konkurrenz und finden es nicht fair, da Sie ihn mit ins Geschäft gebracht haben. Also schlägt Ihnen der Autohändler vor, dass er Sie auch am Umsatz des Bekannten mit 1% beteiligt... Und schon ist ein neues MLM-Schneeballsystem entstanden, das nicht nur legal, sondern auch sehr gewinnbringend für Sie, Ihren Bekannten und natürlich den Händler selbst ist. Diese kleine Geschichte soll nur verdeutlichen, dass wir es überall mit Schneeballsystemen zu tun haben, wo wir auch hinschauen. Der Big Boss einer Firma verdient sein Geld auch nicht durch seiner Hände Arbeit, sondern durch die tausend Hände, die unter ihm in der Hierarchie arbeiten (Inhaber - Leiter - Abteilungsleiter - Angestellte). Ein jeder bekommt jedoch seinen eigenen Lohn ausbezahlt. Hierzu als Anmerkung noch am Rande: Eine Leihfirma aus meinem näheren Umfeld hatte doch tatsächlich eine Prämie an alle Mitarbeiter versprochen, die neue Mitarbeiter anwerben, wenn diese komplette sechs Monate bei Ihnen beschäftigt sind. Merken Sie etwas ? Sogar Leihfirmen versuchen sich heute im Direktvertrieb...
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